Beschreibung
Obwohl die Weltbevölkerung immer noch wächst und heute mehr als 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben, ist es der Landwirtschaft trotz weiterer Wüstenbildung, Bodendegradation (Versalzung, Erosion) und Wetterextremen (Dürre und Hitze, Überschwemmungen) gelungen, die Ernährung der Menschen weitgehend zu sichern – auch wenn es immer noch Regionen mit Unterernährung und Hungersnöten gibt. Das war aber nur durch Ausweitung der Anbauflächen und höhere Erträge pro Flächeneinheit möglich. Für die Anbauflächen wurden Wälder zerstört sowie Moore und Auen entwässert. Von 1961-2017 stieg z.B. der Einsatz von Mineraldünger um 800%. Dadurch erhöhten sich auch die Emissionen von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft sehr stark. Nach dem Weltklimarat (IPCC) stammen 21-37% aller Treibhausgasemissionen aus dem Ernährungssektor. Auch wenn heute Sonne- und Windenergie auf landwirtschaftlicher Fläche gewonnen und nachwachsende Rohstoffe für Biogasanlagen erzeugt werden, ist die Landwirtschaft immer noch ein wichtiger Mitverursacher des Klimawandels. Außerdem belastet die Landwirtschaft z.B. durch die Anwendung von Pestiziden zunehmend die Umwelt und trägt ganz wesentlich zum Verlust biologischer Vielfalt bei. Alle neun für die Landwirtschaft und Ernährung definierten planetaren Grenzen wurden bereits überschritten.
Hoffnung auf weniger Umweltbelastung gibt es durch Zunahme der regenerativen Landwirtschaft und des Öko-Anbaus, der stärker darauf abzielt, die Gesundheit von Böden, Ökosystemen, Tieren und Menschen zu erhalten. Er verzichtet auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und Mineraldüngern, fördert die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität und setzt auf eine artgerechtere Tierhaltung. Alle diese Maßnahmen reduzieren die Treibhausgasemissionen, tragen damit zum Klimaschutz bei.
Über 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zu diesem Buch beigetragen. Es richtet sich an Studenten, Schüler, Lehrer, interessierte Laien und Entscheidungsträger.
